Pflegezusatzversicherung Kosten 2024 | Tarifarten im Vergleich

Welche Arten von Pflegezusatzversicherungen gibt es? Die bekanntesten sind: Pflegetagegeldversicherung, Pflegekostenversicherung, Pflegerentenversicherung und Pflege-Bahr.
Welche Arten von Pflegezusatzversicherungen gibt es? Die bekanntesten sind: Pflegetagegeldversicherung, Pflegekostenversicherung, Pflegerentenversicherung und Pflege-Bahr.
Wissenswertes zur Pflegezusatzversicherung
  • Welche Arten von Pflegezusatzversicherungen gibt es? Lernen Sie die Vor- und Nachteile von Pflegetagegeldversicherung, Pflegekostenversicherung, Pflegerentenversicherung und Pflege-Bahr kennen.
  • Wie kann eine Pflegezusatzversicherung Ihre Angehörigen finanziell entlasten? Erfahren Sie, wie eine private Pflegezusatzversicherung die Lücken der gesetzlichen Pflegeversicherung schließt und finanzielle Belastungen reduziert.
  • Wie schützen Sie Ihr Vermögen im Pflegefall? Vermeiden Sie den Verlust Ihres Vermögens durch hohe Pflegekosten und sichern Sie Ihren Lebensstandard im Alter ab.
  • Welche Vorteile bietet eine Pflegezusatzversicherung für Ihre Familie? Entlasten Sie Ihre Angehörigen finanziell durch eine zusätzliche Absicherung im Pflegefall.

Pflegezusatzversicherung: Welcher Tarif ist der richtige?

Die gesetzliche Pflegeversicherung bietet zwar einen gewissen Schutz im Pflegefall, doch die Leistungen reichen in der Regel nicht aus, um die tatsächlichen Kosten zu decken. Hohe Eigenanteile können die finanzielle Belastung enorm erhöhen und sogar zum Verlust von Vermögen führen.

Deshalb ist eine private Pflegezusatzversicherung eine sinnvolle Ergänzung zum Schutz vor dem Risiko der Pflegebedürftigkeit.

In diesem umfassenden Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte rund um die Pflegezusatzversicherung. Wir erklären Ihnen die verschiedenen Arten von Tarifen, die wichtigsten Leistungsmerkmale und worauf Sie bei der Auswahl einer Versicherung achten sollten.

Mit hilfreichen Tabellen, Grafiken und Checklisten unterstützen wir Sie dabei, die richtige Entscheidung für Ihre individuelle Situation zu treffen.

Warum eine Pflegezusatzversicherung abschließen?

Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der Kosten im Pflegefall ab. Je nach Pflegegrad variieren die Leistungen, reichen aber in den meisten Fällen nicht aus, um die gesamten Kosten für die Pflege zu finanzieren.

Die wichtigsten Gründe für eine private Pflegezusatzversicherung:

  • Deckung der finanziellen Lücke: Die Pflegezusatzversicherung ergänzt die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung und deckt die zusätzlichen Kosten ab.
  • Erhalt des Lebensstandards: Im Pflegefall können hohe Eigenanteile zu einem Verlust des gewohnten Lebensstandards führen. Die Pflegezusatzversicherung hilft, dies zu verhindern.
  • Entlastung der Familie: Angehörige können durch die finanzielle Unterstützung der Pflegezusatzversicherung entlastet werden.
  • Absicherung des eigenen Vermögens: Im Pflegefall kann es notwendig werden, Vermögen zu veräußern, um die Pflegekosten zu decken. Die Pflegezusatzversicherung hilft, dies zu vermeiden.

Welche Arten von Pflegezusatzversicherungen gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Pflegezusatzversicherungen, die sich in ihren Leistungen und Beiträgen unterscheiden. Die vier wichtigsten Arten sind:

Pflegetagegeldversicherung

Die Pflegetagegeldversicherung ist die am weitverbreitetste Art der Pflegezusatzversicherung. Sie zahlt im Pflegefall einen Tagessatz an den Versicherten aus, der frei verwendet werden kann. Die Höhe des Tagessatzes ist abhängig vom gewählten Pflegegrad.

Vorteile der Pflegetagegeldversicherung:

  • Hohe Flexibilität: Das Geld kann frei verwendet werden, z. B. für die Bezahlung von ambulanten oder stationären Pflegeleistungen, Haushaltshilfen oder sonstige pflegebedingte Ausgaben.
  • Günstige Beiträge: Die Pflegetagegeldversicherung ist in der Regel die günstigste Art der Pflegezusatzversicherung.

Nachteile der Pflegetagegeldversicherung:

  • Inflationsschutz: Der Tagessatz ist nicht an die Inflation angepasst. Daher kann die Leistung im Laufe der Zeit an Wert verlieren.
  • Keine Absicherung der Pflegekosten: Die Pflegetagegeldversicherung deckt nur die Kosten der Pflege ab, nicht aber die Kosten für Unterkunft und Verpflegung in einem Pflegeheim.

Pflegekostenversicherung

Die Pflegekostenversicherung erstattet die tatsächlich entstandenen Pflegekosten bis zu einer vereinbarten Höchstsumme. Die Kosten müssen durch Rechnungen belegt werden.

Vorteile der Pflegekostenversicherung:

  • Volle Kostenerstattung: Die Pflegekostenversicherung deckt bis zu einer vereinbarten Höchstsumme alle pflegebedingten Kosten ab.
  • Inflationsschutz: Die Versicherungssumme kann an die Inflation angepasst werden.

Nachteile der Pflegekostenversicherung:

  • Höhere Beiträge: Die Pflegekostenversicherung ist in der Regel teurer als die Pflegetagegeldversicherung.
  • Bürokratischer Aufwand: Die Kosten müssen durch Rechnungen belegt werden.

Pflegerentenversicherung

Die Pflegerentenversicherung zahlt im Pflegefall eine monatliche Rente an den Versicherten.

Vorteile der Pflegerentenversicherung:

  • Kontinuierliche Leistungszahlung: Die Pflegerentenversicherung zahlt im Pflegefall eine monatliche Rente, die eine verlässliche Planung ermöglicht.
  • Inflationsschutz: Die Rente kann an die Inflation angepasst werden.
  • Steuerliche Vorteile: Die Beiträge zur Pflegerentenversicherung sind steuerlich absetzbar.

Nachteile der Pflegerentenversicherung:

  • Geringere Flexibilität: Die Rente kann nicht frei verwendet werden.
  • Höhere Beiträge: Die Pflegerentenversicherung ist in der Regel die teuerste Art der Pflegezusatzversicherung.

Pflege-Bahr

Der Pflege-Bahr ist eine staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung mit vereinfachten und bezahlbaren Tarifen. Die Leistungen sind allerdings geringer als bei den anderen Arten der Pflegezusatzversicherung.

Vorteile des Pflege-Bahr:

  • Günstige Beiträge: Der Pflege-Bahr ist die günstigste Art der Pflegezusatzversicherung.
  • Staatliche Förderung: Die Beiträge zum Pflege-Bahr werden vom Staat bezuschusst.
  • Keine Gesundheitsprüfung: Bei der Beantragung des Pflege-Bahr wird keine Gesundheitsprüfung durchgeführt.

Nachteile des Pflege-Bahr:

  • Geringe Leistungen: Die Leistungen des Pflege-Bahr sind geringer als bei den anderen Arten der Pflegezusatzversicherung.
  • Keine Beitragsanpassung: Die Höhe der Leistungen ist nicht an die Inflation angepasst.
  • Wartezeit: Es gibt eine Wartezeit von fünf Jahren, bis die Leistungen in Anspruch genommen werden können.

Kombinierte Tarife

Es gibt auch kombinierte Tarife, die mehrere der oben genannten Leistungen in einem Paket vereinen. Diese Tarife können eine gute Option sein, wenn Sie sich nicht für eine bestimmte Art der Pflegezusatzversicherung entscheiden können oder wenn Sie umfassenden Schutz wünschen.

Vergleich der verschiedenen Arten von Pflegezusatzversicherungen:

MerkmalPflegetagegeldversicherungPflegekostenversicherungPflegerentenversicherungPflege-BahrKombinierte Tarife
LeistungTagessatzErstattung der PflegekostenMonatliche RenteGeringere LeistungenVerschiedene Leistungen
FlexibilitätHochMittelGeringMittelVariabel
BeitragshöheGünstigMittelTeuerGünstigVariabel
InflationsschutzGeringHochHochGeringVariabel
GesundheitszustandGesundheitsprüfungGesundheitsprüfungGesundheitsprüfungKeine GesundheitsprüfungVariabel
WartezeitKeineKeineKeine5 JahreVariabel

Welche Leistungen bietet eine Pflegezusatzversicherung?

Die konkreten Leistungen einer Pflegezusatzversicherung variieren je nach Art des Tarifs und der gewählten Versicherung. Die wichtigsten Leistungen umfassen:

  • Pflegegeld: Das Pflegegeld ist ein monatlicher Betrag, der an den Versicherten im Pflegefall ausgezahlt wird. Die Höhe des Pflegegeldes ist abhängig vom gewählten Pflegegrad.
  • Pflegekosten: Die Pflegekostenversicherung erstattet die tatsächlich entstandenen Pflegekosten bis zu einer vereinbarten Höchstsumme.
  • Häusliche Pflege: Die häusliche Pflege umfasst die Kosten für die Unterstützung im Alltag durch professionelle Pflegedienste oder Angehörige.
  • Betreuung: Die Betreuung umfasst die Kosten für die Beaufsichtigung und Begleitung von pflegebedürftigen Personen.
  • Hilfsmittel: Die Hilfsmittel umfassen die Kosten für medizinische Hilfsmittel wie z. B. Rollatoren, Pflegebetten oder Inkontinenzprodukte.
  • Wohnraumanpassung: Die Wohnraumanpassung umfasst die Kosten für die Umbaumaßnahmen im Haus oder in der Wohnung, die notwendig sind, um die Pflege zu erleichtern.

Zusatzleistungen:

Neben den oben genannten Leistungen bieten einige Versicherungen auch Zusatzleistungen an, z. B.:

  • Pflege-Bahr-Ergänzung: Die Pflege-Bahr-Ergänzung kann den Leistungsumfang des Pflege-Bahr erweitern.
  • Unfallrente: Die Unfallrente zahlt im Falle eines unfallbedingten Pflegefalls eine zusätzliche Rente.
  • Dread-Disease-Erkrankung: Die Dread-Disease-Erkrankung zahlt im Falle einer schweren und unheilbaren Erkrankung eine zusätzliche Leistung.

Worauf sollte man bei der Auswahl einer Pflegezusatzversicherung achten?

Bei der Auswahl einer Pflegezusatzversicherung sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Art des Tarifs: Welche Art der Pflegezusatzversicherung passt am besten zu Ihren Bedürfnissen und Ihrem Budget?
  • Höhe der Leistungen: Achten Sie darauf, dass die Höhe der Leistungen der Pflegezusatzversicherung ausreichend ist, um die anfallenden Pflegekosten zu decken. Berücksichtigen Sie dabei auch die Inflation.
  • Beitragskalkulation: Lassen Sie sich die Beitragskalkulation der Versicherung erklären. Achten Sie auf eine faire Staffelung der Beiträge nach Eintrittsalter und Gesundheitszustand.
  • Gesundheitszustand und Alter: Je jünger und gesünder Sie sind, desto günstiger sind die Beiträge zur Pflegezusatzversicherung. Allerdings sollten Sie auch im Alter noch bezahlbare Beiträge leisten können.
  • Zusatzleistungen: Informieren Sie sich über die angebotenen Zusatzleistungen und prüfen Sie, ob diese für Sie sinnvoll sind.
  • Stiftung Warentest und andere Vergleichsinstitute: Informieren Sie sich bei Stiftung Warentest und anderen Vergleichsinstituten über aktuelle Testergebnisse von Pflegezusatzversicherungen.

Checkliste zur Auswahl einer Pflegezusatzversicherung:

  • Welche Art der Pflegezusatzversicherung passt zu meinen Bedürfnissen?
  • Welche Leistungen sind mir wichtig?
  • Reicht die Höhe der Leistungen aus, um die Pflegekosten zu decken?
  • Sind die Beiträge bezahlbar?
  • Welche Zusatzleistungen bietet die Versicherung an?
  • Wie schneiden die Tarife im Test von Stiftung Warentest ab?

Beispieltabelle: Leistungen und Beiträge verschiedener Pflegezusatzversicherungen

AnbieterArt der VersicherungPflegegrad 1Pflegegrad 2Pflegegrad 3monatlicher Beitrag
Anbieter 1Pflegetagegeldversicherung30 €45 €60 €50 €
Anbieter 2Pflegekostenversicherungtatsächliche Kosten bis 3.000 €tatsächliche Kosten bis 4.000 €tatsächliche Kosten bis 5.000 €80 €
Anbieter 3Pflegerentenversicherung500 €750 €1.000 €120 €
Anbieter 4Pflege-Bahr200 €300 €400 €15 €

Wichtig: Die Tabelle dient nur zur Veranschaulichung. Bitte informieren Sie sich direkt bei den Versicherungen über aktuelle Tarife und Leistungen.

Welche Kosten fallen bei einer Pflegezusatzversicherung an?

Die Kosten für eine Pflegezusatzversicherung hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B.:

  • Art des Tarifs: Pflegetagegeldversicherungen sind in der Regel günstiger als Pflegekostenversicherungen oder Pflegerentenversicherungen.
  • Eintrittsalter: Je jünger Sie bei der Versicherung eintreten, desto niedriger sind die Beiträge.
  • Gesundheitszustand: Vorerkrankungen können zu höheren Beiträgen führen.
  • Gewünschte Leistungen: Je höher die Leistungen der Versicherung, desto teurer sind die Beiträge.
  • Wartezeit: Pflege-Bahr-Tarife sind in der Regel günstiger, da sie mit einer Wartezeit verbunden sind.

Zusätzlich zu den Beiträgen können bei einigen Versicherungen noch folgende Kosten anfallen:

  • Anonyme Risikozuschläge: Risikozuschläge werden bei bestimmten Vorerkrankungen erhoben.
  • Dynamik: Dynamik bedeutet, dass die Beiträge in regelmäßigen Abständen automatisch erhöht werden.
  • Verwaltungskosten: Einige Versicherer erheben Verwaltungskosten.

Beratung zur Pflegezusatzversicherung

Eine private Pflegezusatzversicherung ist eine sinnvolle Investition in die eigene Zukunft. Sie bietet Ihnen finanzielle Sicherheit im Pflegefall und hilft Ihnen, den Lebensstandard zu halten.

Mit den Informationen aus diesem Artikel und der kostenlosen Beratung durch einen Versicherungsmakler können Sie die Pflegezusatzversicherung finden, die am besten zu Ihren Bedürfnissen und Ihrem Budget passt.

Tipp: Schließen Sie Ihre Pflegezusatzversicherung möglichst frühzeitig ab, um von günstigen Beiträgen zu profitieren.

Beachten Sie: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Lassen Sie sich von einem Versicherungsmakler beraten, um die für Sie passende Pflegezusatzversicherung zu finden.

Wie wichtig sind Pflegezusatzversicherungen?

Im Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt zwar einen Teil der Kosten ab, reicht aber in den allermeisten Fällen nicht aus, um die gesamten anfallen Kosten für die Pflegebedürftigkeit zu decken.

Hohe Zuzahlungen können die finanzielle Belastung enorm erhöhen. Um diese Lücke zu schließen, bietet sich eine private Pflegezusatzversicherung an.

Doch welche Art der Pflegezusatzversicherung ist die richtige? Denn es gibt mehrere Arten der Pflegezusatzversicherung, die zur Verfügung stehen. Und diese haben jeweils ihre Besonderheiten und ihre Vorteile und Nachteile.

Die bekanntesten Formen der Pflegezusatzversicherung sind: die Pflegetagegeldversicherung und die Pflegekostenversicherung. Es gibt aber auch noch die Pflegerentenversicherung und die Pflege-Bahr Versicherung.

Die bekanntesten Pflegezusatzversicherungen: Pflegetagegeldversicherung und die Pflegekostenversicherung

Es ist nicht nur die Leistung aus der gesetzlichen Pflegeversicherung, die vermutlich nicht ausreichen wird, wenn Pflegebedürftigkeit entsteht, sondern auch die privaten Pflegeversicherungen sind in ihrem Basis-Tarif nicht ausreichend, um alle Kosten einer schweren Pflegebedürftigkeit zu decken.

Dieser Zustand wird sich umso mehr verstärken, als in Zukunft mit einer extrem hohen Anzahl von Pflegefällen zu rechnen ist. Wer die finanziellen Risiken, die mit dem Eintritt von Pflegebedürftigkeit verbunden sind, möglichst umfassend ausschließen möchte, kommt daher nicht umhin, eine zusätzliche private Pflegeversicherung abzuschließen.

Pflegezusatzversicherung in verschiedenen Varianten

Die privaten Krankenversicherer bieten zwei Varianten der Pflegezusatzversicherung an: die Pflegekosten-Versicherung und die Pflegetagegeld-Versicherung.

Weder eine Pflegeversicherung noch eine Pflegezusatzversicherung schützt vor Pflegebedürftigkeit, wohl aber das Vermögen, damit es nicht vollständig zur Bestreitung der durch die Pflegebedürftigkeit entstehenden Kosten aufgebraucht wird.

Trotz der inzwischen vorgeschriebenen Absicherung durch die gesetzliche oder private Pflegeversicherung muss im Fall der Pflegebedürftigkeit das eigene Einkommen und Vermögen eingesetzt werden, weil die Leistungen aus der Pflegeversicherung regelmäßig nicht zur Bestreitung aller Kosten ausreichen.

Allein ein Platz in einem Pflegeheim übersteigt mit Kosten bis zu 4.000 Euro im Monat bei weitem die Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung, die in Pflegegrad 5 maximal 2.095 Euro betragen.

Reichen eigenes Einkommen und Vermögen darüber hinaus auch nicht aus, so müssen die Kinder und letztendlich die Gesellschaft in Form von öffentlicher Hilfe zur Pflege für die verbleibenden Kosten aufkommen.

Die Folge für betroffene Personen ist Verarmung und Abhängigkeit.

Wie hoch sind die Beiträge für die Pflegezusatzversicherung?

Wurde rechtzeitig eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen, so zeichnet sich die Zukunft deutlich rosiger ab. Beim Abschluss der Pflegezusatzversicherung ist jedoch zu bedenken, dass die Beiträge dafür mit fortschreitendem Alter steigen und die Aufnahme in die Versicherung von einer Gesundheitsprüfung abhängig ist.

Mit niedrigen Beiträgen kann man daher schon in jungen Jahren für die Zukunft vorsorgen. Der Eintritt in die Pflegezusatzversicherung im hohen Alter wird aufgrund der Gesundheitsprüfung obendrein erschwert oder ist mit hohen Beitragszahlungen verbunden.

Auch junge Menschen sollten daher dieses Problem nicht von sich weisen und frühzeitig vorsorgen.

Unterschiede in der Pflegezusatzversicherung

Grundsätzlich unterscheiden sich in der Pflegezusatzversicherung zwei verschiedene Systeme: die Pflegekosten-Versicherung und die Pflegetagegeld-Versicherung. Beide Versicherungen treten immer dann ein, wenn die Leistungen aus der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung nicht zur Bestreitung der Kosten ausreichen.

Der Versicherte selbst legt beim Abschluss der Versicherung fest, in welcher Höhe die Zusatzversicherung später einmal Leistungen erbringt.

Die Pflegekosten-Versicherung trägt einen prozentualen Anteil der durch die Pflege entstehenden Kosten. Wer sämtliche Kosten abgedeckt haben möchte, muss also eine Pflegekosten-Versicherung zu 100 Prozent abschließen.

Die Höhe der Kosten muss zur Ermittlung des Versicherungsanteils nachgewiesen werden. Die Versicherer schützen sich jedoch auch in diesem Fall dadurch, dass Höchstgrenzen für die Leistungen in den Versicherungsbedingungen enthalten sind.

Pflegezusatzversicherung als Tagegeld

Die Pflegetagegeld-Versicherung zahlt ihre Leistungen in Form eines Tagegeldes aus, das von dem festgestellten Pflegegrad abhängig ist. Das vereinbarte Pflege-Tagegeld richtet sich nach Pflegegrad 5, wird aber unabhängig von den tatsächlich in Anspruch genommenen Pflegeleistungen bezahlt, so dass kein Nachweis über tatsächlich entstandene Pflegekosten zu erbringen ist.

In den unteren Pflegegraden verringert sich der Anteil des Pflegetagegeldes auf beispielsweise 30 Prozent in Pflegegrad 2.

Zahlt die Pflegezusatzversicherung auch bei Pflegebedürftigkeit im Ausland?

Obwohl die Leistungen aus der Pflegeversicherung grundsätzlich nur im Inland erbracht werden, leistet die gesetzliche Pflegeversicherung auch in allen EU-Staaten sowie in den Ländern Norwegen, Island, Liechtenstein und der Schweiz Zahlungen. Beim Abschluss einer Pflegezusatzversicherung muss die Ausdehnung der Leistungen auf andere Staaten besonders vereinbart werden.

Es ist allerdings nicht mehr möglich, eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen, wenn bereits Pflegebedürftigkeit besteht. Vielmehr haben Versicherte eine dreijährige Wartezeit einzuhalten, bevor die Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch genommen werden können.

Eine Ausnahme von dieser Wartezeit stellt Pflegebedürftigkeit dar, die durch einen Unfall eingetreten ist.

Wann ist eine private Pflegeversicherung wichtig?

Da die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung sich auf die grundlegenden Bedürfnisse betroffener Personen beschränken, besteht die Möglichkeit, einen zusätzlichen Versicherungsschutz für darüber hinausgehende Leistungen zu vereinbaren.

Private Pflegeversicherungen können als Pflegetagegeld-Versicherung oder als Pflegekosten-Versicherung abgeschlossen werden. Bis zu 4.000 Euro kostet ein Heimpflegeplatz im Monat. Nicht einmal fünfzig Prozent davon werden durch die gesetzliche Pflegeversicherung abgedeckt.

Reicht auch die Altersversorgung nicht aus, um den restlichen Betrag aufzubringen, so muss das private Vermögen eingesetzt werden und zur Not werden auch die Kinder zur Kasse gebeten, bevor das Sozialamt für den Betrag aufkommen muss, der dann noch übrig bleibt.

Wer das vermeiden möchte, sollte frühzeitig zusätzlich zur gesetzlichen Pflegeversicherung eine private Pflegeversicherung als Zusatzversicherung abschließen.

Das trifft nicht nur auf Mitglieder der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen zu, sondern unter Umständen auch auf privat Versicherte, denn auch hier ist der Schutz nicht immer umfassend.

Private Pflegeversicherung – Verschiedene Tarifformen

Versicherungsnehmer können zwischen der Pflegerente, Pflege Bahr, Pflegekosten-Versicherung und der Pflegetagegeld-Versicherung wählen. Die Pflegekosten-Versicherung orientiert sich an der Höhe der durch die Pflege entstehenden Kosten einer stationären Pflege.

Die Leistung aus dieser Versicherung beläuft sich auf einen festen Prozentsatz der anfallenden Kosten, die nicht durch die Pflegeversicherung abgedeckt sind. Auch die Kosten einer ambulanten Pflege können bei entsprechender Vertragsgestaltung zu einem gewissen Anteil erstattet werden.

Wer Leistungen aus der Pflegetagegeld-Versicherung bezieht, erhält diese unabhängig von der tatsächlichen Höhe der Pflegekosten. Die Höhe des Tagessatzes wird beim Abschluss der Versicherung festgelegt.

Tritt Pflegebedürftigkeit ein, so kommt die Pflegetagegeld-Versicherung in der vereinbarten Höhe für jeden Tag der Pflegebedürftigkeit auf. Mitglieder einer privaten Pflegeversicherung erhalten Leistungen erst nach Beendigung einer Karenzzeit.

Steigende Notwendigkeit einer privaten Pflegeversicherung

In den kommenden Jahren erreichen insbesondere die geburtenstarken Jahrgänge das Rentenalter, in dem die Wahrscheinlichkeit einer eintretenden Pflegebedürftigkeit drastisch ansteigt.

Aufgrund der großen Zahl der zu erwartenden pflegebedürftigen Menschen wird die gesetzliche, aber auch die private Pflegeversicherung nicht mehr in einem ausreichenden Umfang für alle Leistungen aufkommen können. Man geht davon aus, dass im Jahr 2030 mehr als vier Millionen Menschen pflegebedürftig sein werden.

Aber auch ohne dieses demografische Problem kommt die gesetzliche Pflegeversicherung bereits jetzt nur für die Basis-Pflege auf. Häufig müssen die eigenen Kinder ihren Anteil zu den Pflegekosten leisten oder das Sozialamt gewährt Hilfe zur Pflege. Hinzu kommt, dass nicht nur alte Menschen in die Situation geraten können, einmal ein Pflegefall zu werden, sondern auch junge Menschen können durch Krankheit oder Unfälle pflegebedürftig werden.

Private Pflegeversicherung – Welche Anbieter sind die besten?

Wer im Alter nicht zu einem Sozialfall werden möchte, kommt daher kaum umhin, bereits in jungen Jahren für eine zusätzliche Absicherung in Form einer privaten Pflegeversicherung zu sorgen. Nur so kann vermieden werden, dass in späteren Jahren Versorgungslücken entstehen.

In welcher Form die private Pflegeversicherung abgeschlossen wird, ob als Pflegetagegeld-Versicherung oder als Pflegekosten-Versicherung, hängt von den individuellen Bedürfnissen der betroffenen Personen ab.

Für jede Pflege-Tarifart gibt es unterschiedliche empfehlenswerte Anbieter.

Empfehlenswerte Pflegetagegeld Anbieter sind u.a.:

Pflegetagegeld AnbieterTarif
AllianzPflegetageldBest
HanseMerkurPG + PGA + PGS
DKVPflege Tagegeld PTG
R+VPflegeVorsorge premium
ConcordiaPG + PG Plus
DebekaEPC
HallescheOLGAflex
LVMPZT-Komfort
NürnbergerPAS
Signal IdunaPflegeTOP
ContinentalePG-K-plus
GeneraliPflegePlus
Münchener VereinDeutsche PrivatPflege
Deutsche FamilienversicherungDFV-DeutschlandPflege
InterINTER QualiCare 1-5 + 2-4
AragIndividualPflege PIN
AxaPflegevorsorge Vario
ConcordiaPG2 + PG3 + PG4 + PG Plus
SDKPG1 + PG2 + PG3 + PG4 + PG5
vigoDüsseldorfer Pflegegeld
WürttembergischePflegemonatsgeld (PZ mit stat. Erhöhung)

 

Unterstützung bei der Beantwortung dieser Frage bieten die jeweils aktuellen Pflegestatistiken, die alljährlich veröffentlicht werden. Um es für Versicherte etwas einfacher zu gestalten, wird die private Pflegeversicherung im Rahmen des Grundsatzes, dass die Pflegeversicherung der Krankenversicherung folgt, von gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen angeboten.

 

Wer schreibt hier?

Autor Holger

Autor: Holger Vogt
Holger ist seit vielen Jahren im Bereich der Krankenversicherung tätig und befasst sich insbesondere mit den Unterschieden zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung. Seine Schwerpunkte sind: Private Krankenvollversicherung, private Krankenzusatzversicherungen (u.a. Zahnzusatzversicherung, Krankenhausversicherung, Krankentagegeld), gesetzliche Krankenkassen und Pflegeversicherung.

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